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Groß Rietz

Etwa 6 km nord-westlich von unserer Kreisstadt Beeskow entfernt, liegt in einer Feld- und Wiesenlandschaft der Ortsteil Groß Rietz. 1394 wurde Groß Rietz zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die Gemarkung erstreckt sich auf 1.206 ha. Groß Rietz erlangte seine Bedeutung durch einen der wichtigsten Schlossbauten in der Mark Brandenburg. Das einst stattliche Schloss hatte in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg größere Schäden am Mauerwerk zu verzeichnen.

Der Zerfall des Schlosses wurde bedrohlich ernst. Nördlich der Schlossanlage befindet sich die Kirche. Schloss und Kirche liegen südlich des eigentlichen Dorfkerns und der Hauptstraße. Die Kirche, die 1704 erbaut wurde, ist ein rechteckiger Putzbau mit einem quadratischen Westturm, der allerdings erst 1791 angebaut wurde. 1909 bekam der Turm einen Spitzhelm. Mehrere Reparaturen waren notwendig geworden, um die Kirche in ihrem Zustand zu erhalten. So bekam die Kirche 1996 auch ein neues Dach.

Das Schloss musste sich ebenfalls einer Restaurierung unterziehen, um nicht gänzlich zu zerfallen. Die Außenansicht konnte durch die aufwendigen Arbeiten sehr verbessert werden. Das Dach und die Fassade wurden wieder in Ordnung gebracht Da fast alle Arbeiten am Schloss durch Fördergelder finanziert werden, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, bis auch das Innere des Hauses restauriert ist und dem Besucher zugänglich gemacht werden kann. Dann können auch die Groß Rietzer wieder stolz auf ihr altes Barockschloss sein.


Ortsbeirat Groß Rietz

Ortsvorsteher

Herr Hartmut Kieswetter

Beeskower Chaussee 47a
15848 Rietz-Neuendorf OT Groß Rietz


Ortsbeirat

Herr Gerd Falsche

Klein Rietz 6
15848 Rietz-Neuendorf OT Groß Rietz


Ortsbeirätin

Frau Manuela Schieche

Klein Rietz 25
15848 Rietz-Neuendorf OT Groß Rietz


Ortswehr Groß Rietz

Ortswehrführer (OWF):

Herr Stefan Korn


Mitglieder Einsatzabteilung: 30 Kamerad(innen)


Feuerwehrgerätehaus Groß Rietz

Bahnhofstraße 13
Ortsteil Groß Rietz
15848 Rietz-Neuendorf

Vereine

Kleinkaliber Schützenverein Groß Rietz e.V.

Nebenstraße 10
15848 Rietz-Neuendorf OT Groß Rietz


SV Eiche Groß Rietz

Am Sportplatz 2a
15848 Rietz-Neuendorf OT Groß Rietz

Dorfgemeinschaftshaus

Dorfgemeinschaftshaus Groß Rietz

Beeskower Chaussee 11
Ortsteil Groß Rietz
15848 Rietz-Neuendorf


Die Vermietung von Dorfgemeinschaftshäusern ist in der "Benutzungs- und Entgeltordnung für die Vermietung der gemeindeeigenen Einrichtungen" geregelt.

Für Fragen dazu stehen wir gerne zur Verfügung.

Kirche

Zur Baugeschichte:

Die Kirche umgibt ein heute noch genutzer Kirchhof. Sie ist ein rechteckiger Putzbau, der im Jahr 1704 errichtet worden ist. Der Sakralbau hat rechtreckige Fenster. Im Westen hat die Kirche einen qaudratischen Turm. Er wurde im Jahr 1791 erbaut. Im Turm hängen drei Glocken; eine mittelgroße und eine große Stahlglocke aus dem jahr 1925 und eine mittelgroße Bronze-glocke aus dem Jahr 1737. Die letztgenannte Glocke wurde von Johann Friedrich Schramm aus Frankfurt (Oder) gegossen. Die obeliskenförmige Turmspitze stammt aus dem Jahr 1909. Der Turm wird von einer Kugel und Spitze abgeschlossen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kirche zweimal umfassend saniert. Die erste Sanierung fand in den Jahren 1974 bis 1978 statt. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem in der Kirche ein Holzfußboden verlegt. Auch ist der Kirchenraum grundlegend umgestaltet worden, indem neben anderem Windfänge abgebaut und die schadhaften Kirchenbankblöcke durch Stühle ersetzt worden sind. Außerdem wurde die Kanzel und der Altaraufsatz restauriert. Der Wiedereinweihungs-gottesdienst fand am 10. Dezember 1978 statt.

Eine weitere umfassende Sanierung in und an der Kirche wurde in den Jahren zwischen 1994 und 1997 durchgeführt. So wurden unter anderem die Dachkonstruktion erneuert und das Dach neu eingedeckt. Die Kirche erhielt einen neuen Außenputz. Im Inneren wurde das verputzte Tonnengewölbe rekonstruiert. Des Weiteren bekamen die Wände einen neuen Anstrich. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten betrugen rund 256.000 DM. Die feierliche Wiedereinweihung der Kirche fand am 17. August 1997 statt.

Zur Ausstattung:

Der reich geschnitzte und gefasste Altaraufsatz datiert aus dem Jahr 1704. In der Predella befindet sich ein gemaltes Bild, das das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern zeigt. Das Hauptfeld zeigt ein Gemälde mit der Kreuzigung Jesu. Dieses Bild wird flankiert von zwei korinthischen Säulen. Oberhalb des Kreuzigungsgemäldes sind zwei geschnitzte Wappen der Familie von der Marwitz. Im Giebelfeld befindet sich ein oval gemaltes Bild, das die Auferstehung Christi zur Darstellung bringt. Dieses Bild ist von zwei Putten umgeben, die in ihren Händen die Leidenswerkzeuge halten. Bekrönt wird der Altaraufsatz von einem Eingelkopf.

An der Nordwand steht die hölzern gefasst Kanzel, die ebenfalls im Jahr 1704 entstanden ist. Zu Beginn des Kanzelaufganges steht auf der Brüstung ein geschnitzter Pokal mit einem Pinienzapfen. Der Kanzelkorb ist polygon. Unterhalb des Schalldeckels ist ein Stern aufgemalt.

Das Lesepult und die Taufe datierten aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In die linke und rechte Rückseite des Altars sind drei Kinderepitaphien eingelassen. Sie datieren aus den Jahren 1585, 1580 und 1569. An der Ostwand sind zwei Epitaphien aufgestellt. Das links vom Altar stehende Epitaph ist für Ursula von Lossow (gestorben 1619) und das rechts stehende ist für Otto Bartusch von Kracht (gestorben 1678).

An der Südwand ist das Epitaph für Hans Georg von der Marwitz (gestorben 1704) angebracht. Es ist aus Gipsstuck und Marmor gearbeitet. Vor der großen Draperie , die von Putten gehalten wird, befindet sich die geschwungene Vitentafel über einer Konsole mit Wappen und Symbolen der Vergänglichkeit. Über der Vitentafel steht die Porträtbüste des Verstorbenen. Die Büste wird flankiert von zwei weiblichen Allegorien. Dieses Wandepitaph wird dem Umkreis von Andreas Schlüter zugeordnet und ist vermutlich von Johann Georg Blume geschaffen worden.

Der Messings-Kronleuchter entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Kirche hat eine Westempore, auf der die Orgel steht. Sie ist das Werk des Fürstenwalder Orgelbauers Johann Gottlob Teschner und entstand im Jahr 1853. Das Instrument hat Manual, Pedal und acht Register.

Unter der Westempore wurde im Jahr 2010 eine gläserene Wand mit Schiebetür als Abgrenzung eines Raumes für eine "Winterkirche" eingefügt. Hinzu kamen auch eine kleine Küche "im Schrank" und ein WC, das durch eine Tür von außen betreten wird.


Quelle: Evangelische Kirche Beeskow