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Wettermuseum Lindenberg

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Wettermuseum Lindenberg

Unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Tauche befindet sich das vom Verein Wettermuseum e.V. ehrenamtlich geführte Museum für Meteorologie und Aerologie.

Die Vereins- und Museumsgründung im Jahr 2006 war eine Reaktion auf die positive Resonanz der Öffentlichkeit zur 100-Jahr-Feier des Meteorologischen Observatoriums Lindenberg des Deutschen Wetterdienstes, das sich in der Nähe befindet. In Deutschland gibt es keinen anderen Museumsstandort, der sich der Sammlung, Bewahrung und Vermittlung zur Meteorologie als Ganzes verpflichtet fühlt.

Die Gemeinde Lindenberg, heute ein Ortsteil von Tauche, ist seit 1905 in der Meteorologie ein Begriff.  Hier gründete Richard Aßmann, zuvor u. a. Initiator der Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten, Mitentdecker der Stratosphäre und Entwickler eines Aspirationspsychrometers, das heute nach ihm benannte Observatorium, zunächst als Königlich-Preußisches Aeronautisches Observatorium. Später wechselten die Namen, in der DDR hieß die Einrichtung dann Aerologisches Observatorium.

1911 erfolgte hier die Gründung des Luftfahrerwarndienstes für Deutschland (Vorläufer der Flugsicherung), 1919 wurde ein bis heute nicht angetasteter Höhenweltrekord für Drachenflug erzielt.

Zahlreiche national und international bekannt gewordene Meteorologen haben zumindest zeitweise in Lindenberg gearbeitet, z. B. der spätere Polarforscher Alfred Wegener.

Der Verein Wettermuseum e. V. hat zwei Denkmäler, die so genannte Ballonhalle 2 und das Windenhaus 2 durch Ankauf vor dem Verfall gerettet und zu Ausstellungsräumen entwickelt.

Das in 2014 fertig gestellte und seit Mai 2015 auch mit den Ausstellungsräumen nutzbare moderne Besucherzentrum zeigt in der ca. 160 m² großen Dauerausstellung „Von der Messung zur Vorhersage - vom Wetter zum Klima“ die wesentliche Entwicklungen und Ereignisse in der Meteorologie und meteorologische Messverfahren. Messinstrumente zur Messung von Strahlung, Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte, Windstärke und -richtung, Bewölkung und Niederschlag sind in leichtverständlichen, interaktiven Installationen und Projektionen zu sehen.

Die Ballonhalle wurde 1936 errichtet und diente damals zum Befüllen der Ballons und zum Lagern der Fesselballons und Drachen. Jetzt beherbergt sie eine umfassende Ausstellung zu den historischen Aufstiegstechniken in der freien Atmosphäre, zum Beispiel Drachen und Radiosonden. Außerdem befindet sich in der Halle eine international einmalige Ausstellung meteorologischer Großdrachen, die ab etwa 1895 im Einsatz für Forschung und Wettervorhersage waren. Ein Grundscher Regulierdrachen, entwickelt im Jahr 1929, ist noch Mitte des 20. Jahrhunderts geflogen und im Originalzustand vorhanden.

Ein gern gewähltes Fotomotiv ist der so genannte Klimazaun. Das Museum ist barrierefrei für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Denkmäler sind als Trauraum zugelassen,  inzwischen wurde schon mehrmals das Ja-Wort in der Ballonhalle gesprochen. Für das leibliche Wohl nach oder während eines Museumsbesuches sorgt die „Millibar 2“, eine Terrasse ist vorhanden.

Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten sind auf der Internetseite des Museums http://www.wettermuseum.de veröffentlicht.

 

 

 
 
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